Shanghai 23.2.05 - zurück in Shanghai!
Klar ist es immer traurig, einen Urlaub zu beenden. Aber es ist auch schön, "nach Hause" zurück zu kommen. Am Flughafen wundere ich mich über all die vielen Euros im Portemonaie - Tobi klärt mich darüber auf, dass die so vertrauten Geldscheine leider doch nur chinesische RMB sind. So zeigt sich China bei der Ankunft gleich seltsam vertraut. Wir lernen zudem die Klimaanlagen-Heizung zu schätzen: nach einer halben Stunde ist die mit etwa 5 Grad doch recht kühle Wohnung angenehm aufgewärmt. Und zu guter letzt ist Moritz ganz aus dem Häuschen, am nächsten Morgen Lucy wiederzusehen.
Changzhou 9.3.05 - 12.03.05 Die Gartenstadt
Für drei ganze Tage (und Nächte!) bin ich in den Genuss gekommen, den "Moloch" Shanghai zu verlassen. Ich habe Carlo Becker und Bea Mohren von BGMR nach Changzhou begleitet, eine Stadt, die etwa 150 km westlich von Shanghai liegt. Die drittgrößte Stadt der Provinz Jiangsu zeichnet sich nicht gerade durch einen hohen Bekanntheitsgrad aus, obwohl ein bis drei einhalb Million Menschen dort leben. (Es gibt da ja verschiedene Berechnungsarten, einmal offizielle Stadtbewohner, dann diejenigen, die eine Arbeitsgenehmigung haben, dann die, die trotzdem dort sind - außerdem gibt es ja Innenstadt und Stadtrand). Wang Fangs Kommentar, der die Stadt sehr wohl bekannt ist "also, Changzhou ist wirklich häßlich". Wie es aber so ist, wenn keine Erwartungen da sind, die erfüllt werden wollen, war ich recht positiv überrascht. Zum einen vom Hotel, das - von außem einem durchschnittlichem ungepflegtem Klotzbau entsprechend - sogar einen Trinkwasserhahn aufzuweisen hatte (Carlos und Beas Kommentar "schmeckt ja ekelhaft, wenn man sich damit die Zähne putzt"); zum zweiten von den Bemühungen der Stadt, Gartenstadt zu werden. Um zu diesem in China höchst ansehnlichen Namen zu gelangen, muss man sich einem ganzen Katalog von Forderungen unterwerfen, beispielsweise 95% aller Straße mit Bäumen säumen. (Ich weiß allerdings nicht, was als "Straße" gezählt wird, und was nicht). Der Leiter des Gartenamtes berichtet von einem jährlichen Zuwachs der Grünflächen um 500 Hektar. (Auch hier bleibt die Frage offen, wodurch sich "Grünflächen" auszeichnen). Einen Teil dieser neu geschaffenen Projekte haben wir uns angeschaut, unter anderem die Ufergestaltung des Kaiserkanals, den Dinosaurierpark, der stolze 80 RMB Eintritt verlangt, sowie den Jingchuan-Park. Die letztgenannte Anlage befand sich zwar noch im Bau, doch mußte das durch Frost geschädigte Material des zuvor bereits fertig gestellten Mittelstreifens bereits in großen Teilen ausgetauscht werden - im Sinne der Nachhaltigkeit selbstverständlich durch die gleichen Steine. Vielleicht hat man beim zweiten Verlegen ja mehr Glück?








Changzhou 9.3.05 - 12.03.05 Qing Long
Neue Kastenbebauung neben Abwasserzuläufen, Gemüsebeete neben Müllsortierplätzen, für die Zukunft aber bestimmt ein schönes Rendering...






Shanghai 13.3.05 - Stadterkundung






Shanghai 14.03.2005 - Kinderarzt
Wir haben ja ehrlichgesagt nicht damit gerechnet, aber der Kinderarzt des World Link Center (eine Organisation, die mit der medizinischen Versorgung von Ausländern unglaublich viel Geld machen muss), den wir zum Check-Up aufgesucht haben, hat uns tatsächlich gefallen. Jetzt gibt es endlich auch wieder handfeste Werte zu präsentieren: ganz knapp 80 cm groß und 11 kg schwer ist unser 11 Monate altes Sternenkind. Zu seinem sonstigen Zustand ist zu sagen, dass er an einer Hand ausgezeichnet läuft, fleißig auf Dinge zeigt und diese lautstark kommentiert, und dass er begeistert jegliches Nahrungsmittel zu sich nimmt, was wir ihm anbieten. Bedingung ist natürlich, dass wir es ebenfalls essen.
Shanghai 20.03.2005 - Shaoxing Lu

Shanghai 23.03.2005 - Rikis Geburtstag


Tage-, wochen-, gar monatelang keine Anrufe, kaum Post, von Besuchen gar nicht zu sprechen. Am Geburtstag kommt alles auf einmal. Ich bin überfordert, glücklich. Wir sprechen in unserer Kaffeerunde außerdem viel viel chinesisch, das stärkt das Gefühl, nicht völlig erfolglos zu sein. Am Abend teilen wir mit Frank Kartoffelpürree, Sahnepilze, Sauerkraut und Rote Beete mit Nüssen, grünen Salat mit Pimpinelle und Vinaigrette. Gibt es Besseres auf der Welt?
Shanghai 30.03.2005 - Möhre ergeht sich


