Shanghai, 01.02.09 Papa hat Geburtstag...
... und ich darf nicht die Kerzen pusten!

Shanghai, 10.02.09 Das Jahr des Ochsen, ein Rueckblick
Wenn zum Jahresbeginn die Anzahl der Boeller die Gluecksverheissung symbolisieren, dann wird 2009 fuer uns zumindest das gluecklichste unseres Lebens. Ich moechte behaupten, dass noch nie so viel Feuerwerk gesehen und vor allem gehoert habe wie in den letzten fuenfzehn Tagen. In der Neujahrsnacht habe ich ja nichts anderes erwartet, um acht ging es los, und endete... ja, wann eigentlich endete es? Wir haben es uns kurzentschlossen mitten im Inferno auf dem Sofa gemuetlich gemacht und einen Film angeschaut, der nicht allzu viel Text hatte, und dann war es spaet und wir waren eben muede. Wahrscheinlich hat es auch geholfen, mit dem Schlimmsten zu rechnen, und dann positiv ueberrascht zu sein, ganz im Sinne von: Holla, trotz des ganzen Geboellers sehen wir ja immer noch den Himmel, und die Fenster sind auch noch nicht zerborsten! Unsere Ayi hatte schon berichtet, dass man aus ihrer Wohnung im 6. Stock waehrend der Schluesseltage egal ob tags oder nachts nichts sehen koennte ausser schwarzgrauen Rauchschwaden, dagegen hatten wir es ja noch gut.
Apropos, die Schluesseltage: da haben wir wieder etwas dazugelernt. Neujahr war am 25.1., diesmal also extra fuer Ralph! Allerdings wurde dann nicht etwa in der Nacht auf den 25. geboellert, sondern erst in den Abendstunden des Neujahrstages selbst. Dies ging dann etwa drei Tage so weiter, und ploetzlich ebbte es ab. Hurra, dachte sich der dumme uninformierte Westler, alles ist ueberstanden! Er lud sich Freunde mit Kindern ein, zum Uebernachten, und genau an jenem Abend,dem fuenften, rasteten die Nachbarn dann erst recht aus und nahmen die Umgebung erneut unter Beschuss. Gemein! Aber, was sollen wir uns beklagen, dankbar muessen wir sein! Denn laut chinesischer Tradition ist Geboeller am 5. Tag nach dem Fruehlingsfest wichtig fuer die Finanzentwicklung des kommenden Jahres. Und da ist 2009 selbst fuer uns offensichtlich viel mehr noetig als sowieso schon.
Merkwuerdig allerdings, dass am 15. Tag, dem Laternenfest, noch einmal kraeftig der Balkon vibriert. Das soll einer noch begreifen! Wo doch 8. die Glueckszahl ist!? Aber vielleicht muss man manches einfach nicht verstehen, so auch den Neujahres-Spruch. Sagen wir doch ueblicherweise "Gutes neues Jahr!", wuenschen Glueck und Gesundheit, vielleicht auch noch Segen, so gruesst man sich hier mit anderen Prioritaeten: "Glueck und Reichtum!"
Und die Moral von der Geschicht: verbringe Neujahr in China nicht! :-)
Shanghai, 23.02.09 Steuer
Endlich wieder einmal haben wir von ganzem Herzen laut gelacht: Da steht doch tatsaechlich am Ende des Steuerbescheides: Thank you for your contribution to China's flourishing and prosperity! Das sollte einem in Deutschland mal passieren...





Shanghai, 11.03.09 Umziehen?
Es gibt Geschichten, die sind zu lang zum Aufschreiben. Man hat sie einfach zu oft schon erzaehlt und eigentlich moechte man ueber das Thema auch gar nicht mehr nachdenken. Also die Kurzzusammenfassung. Nachdem es im Dezember ins Bad tropfte, und wir seit drei Monaten quasi staendig Leute vom Management zu Besuch hatten, die allesamt keine Ahnung hatten, waren wir es leid und haben uns TATA! im selben Compound eine neue Wohnung gesucht. Mit einer grossen Kueche und einem Ausblick, den man kaum toppen kann. Damit wir endlich, im letzten Jahr Shanghai, mehr Besuch bekommen? Unter anderem. Aber auch, um uns nicht noch einen Winter ueber ein schimmeliges Bad zu aergern!







Shanghai, 20.03.09 Geburtstagskinder
Mitte Maerz ist gekommen, und wir feiern zum ersten Mal seit langen gemeinsam Geburtstag, Papa und ich. Meine Oma waere in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden! Der Fruehling zieht gleichzeitig in Shanghai ein und der lange lange Winter geht endlich dem Ende entgegen.






















