Hangzhou, 06.05.2010 Am Westsee

Wir machen Maiferien und geniessen den Westsee! Ausserdem wandern wir per i-phone nach Longjin (auf den Wanderkarten hatte jemand akribisch die roten "Hier bist du" Aufkleber entfernt) und freuen uns an Teefeldern, gruenen Bergen, der Natur im allgemeinen und der Stille im besonderen.

Longjin Tee

Shanghai, 26.05.2010 EXPO die 1.

Sandra und ich wagen uns (endlich mal!) an einem Wochentag auf die Expo, und laufen einmal quer ueber das ganze Pudong-Gelaende inklusive der Uferpromenaden. Am Schluss fahren wir sogar noch per Boot nach Puxi! Wir schaffen es auch tatsaechlich bis hinein ins deutsch-chinesische Haus... aber leider nicht in einen Laenderpavillion. Hatten wir am deutschen noch gelaestert ("Ach, wer will denn Easy Access?"), schulterzuckend die Wartezeit von 2 h am englischen Pavillion mit einem "Ach, wer will sich schon England anschauen?" abgetan, so waren wir in Japan (45 min fuer die Behinderten, 3 1/2 h fuer alle anderen) schlicht und ergreifend zu muede, es zu versuchen. In jedem Fall waren wir zwei von vielen vielen Leuten, geschaetzt 300.000, so in etwa also eine Veranstaltung mit ganz Aachen zu Gast, das kann einen bei Temperaturen um 30 Grad ohne nennenswerten Schatten schon ganz schoen umhauen!

Deutsch-Chinesisches Haus

Italien

England

Holland

Ufer

Star Treck?

Shanghai, 29.05.2010 Wiedersehen

Nach sechs Jahren treffe ich Hung-chi wieder, und zusammen mit den Kindern machen wir noch einmal eine ziemlich komplette Stadtbesichtigung: Xintiandi mit dem Shikumen Museum, Sinan Lu und Fuxing Park; die Pudong Uferpromenade, Faehrfahrt zu den Cool Docks, Staedtebaumuseum und der Volkspark stehen auf dem Programm. In letztgenanntem laufen wir zufaellig auch ueber den "Heiratsmarkt": am Wochenende stellen sich hier Muetter und Vaeter von Soehnen und Toechtern im entsprechenden Alter auf, um die wichtigsten Randdaten ihrer Sproesslinge auszutauschen: Geburtstag, Groesse und Gehalt. Wie viele Paare sich so wohl kennenlernen durften? In jedem Fall ist der Andrang ebenso gross wie beim Tangotanz und beim Vogel ausfuehren, alles nicht ganz die von uns gewohnten Parknutzungen!

Am Xintiandi

Shikumen Open House

Antique Garden Cafe

Cool Docks

Staedtebaumuseum

Man beachte das neue Riesengebaeude

Expo

Im Volkspark am Lotuspond

Songjiang, 31.05.2010 Chenshan Botanischer Garten

Ein deutscher Landschaftsarchitekt, Christoph Valentien, hat in Shanghai bzw. Songjiang den Entwurf fuer den groessten botanischen Garten Asiens gemacht, und da nicht nur Hung-chi, sondern auch unser ehemaliger Betreuer Michl in der Stadt ist, machen wir einen Ausflug, um uns das Ergebnis anzuschauen. Leider ist der verbindende Ring (eines der Hauptelemente des Entwurfs) als solcher (noch) nicht zu erkennen, und der Garten erscheint in vielen Bereichen noch unfertig. Der frisch geflutete Steinbruch aber ist zauberhaft schoen, und noch broekelt nichts am Fels ueber unseren Koepfen. Das schoenste Geschenk fuer uns ist jedoch, dass an diesem Tag kaum andere Besucher da sind, eine Seltenheit in Shanghai!

Eingangsbereich mit Blick auf den Wasserturm

Faecherahorn vor Schichtmauer aus lokalem Stein

Steinbruch geflutet

Fast wie frueher

Panorama

Schoene Bank mit weniger schoenem Warnsignal

Shanghai, 01.06.2010 EXPO am Kindertag

Den zweiten Versuch stellen wir schlauer an, und planen den Ablauf unseres Expo-Besuches vorher schon (und schummeln uns entsprechend an den Schlangen vorbei). Mit Elijah und Francesca schaffen wir so Australien, die Schweiz, Italien, Deutschland und Vietnam! Die Masse an Leuten stoert die Kinder erstaunlicherweise ueberhaupt nicht, und sowohl auf einer voellig ueberfuellten Kletterburg als auch auf der grossen Rutsche im deutschen Pavillion haben die Jungs ihren Spass. Die interaktiven Spiele begeistern, und die vielen Chinesen freuen sich, dass die auslaendischen Kinder sich vordraengeln und so als Fotomotiv dienen. Am Ende sind wir trotzdem totmuede, nur Moritz findet, "dass wir beim naechsten Mal dann alles andere noch anschauen muessen"!

Australien

Die Welle

Finnland

Daenemark

Warteschlange Schweiz

Deutschland

'Balancecity'

Resonanzkugel

Lebenssituationen anhand von Playmobilmaennchen erlaeutert

Wohnzimmerstadt

Shanghai, 07.06.2010 Zhangjiabang Chen Yi Fei Originality Street

Es war einmal ein landschaftsarchitektonisches Projekt, das ein zu herrliches Beispiel abgibt fuer die Planungsproblematik in China. Der Investor wollte aus einer tollen Flaeche in bester Lage noch mehr rausholen, und die Quadratmeter an Verkaufsraum durch die Nutzung des Untergeschosses maximieren. An und fuer sich eine gute Idee, nicht aber, wenn fuer eben solche Geschaeftseingaenge schlicht und ergreifend kaum Platz da ist. "Versunkene Gaerten" sollten die Loesung sein, begruente Flaechen, die die Kunden quasi nach unten locken. Leider sollte auf eben jenen winzigen Arealen auch noch die Klimaanlagen untergebracht werden. Das Endergebnis: Leerstand, verbarrikadierte Eingaenge, von oben einsichtbare und voellig zugemuellte Technik, Gaerten ohne Bepflanzung. Was folgt ist dann noch eine inkonsequente Fassadengestaltung (die Mieter, die ueberhaupt noch hier sein wollen, machen eben, was sie wollen). Schade auch!

Blick vom Science Museum

Sonnenterrasse

Geplante Fassade

Fassade umgestaltet

Sunken Courtyards I

Sunken Courtyards II

Schoener Tag

Shanghai, 11.06.2010 Shanghai Bund Sightseeing Tunnel

Kurz vor der Abreise unternehmen wir noch all die vielen Dinge, die wir in den letzten sechs Jahren einfach noch nicht geschafft hatten, unter anderem fahren wir mit dieser herrlichen Bahn unter dem Huangpu hindurch. Kaum zu uebertreffen an Scheusslichkeit sind die Lichtspiele, das einzige, was dem ganzen Weihnachtsbaumglitzer noch fehlt ist ein Auftritt von Nena: Herzlich willkommen zurueck in den 80ern! Aber die Kinder sind begeistert und wollen gleich am naechsten Tag wiederkommen.

Lieblingsguard mit der Handtasche verkloppen

Shanghai, 16.06.2010 Drachenbootfest

Mia und Lia

Shanghai, 17.06.2010 Wild Animal Park

Schnecke

Gruppenbild mit Tiger

Guenther Nasenbaer

Sibirischer Tiger

Shanghai, 20.06.2010 Absurditaeten des Alltags

Die drei schraegsten Begegnungen der vorigen Woche waren ein Kleinlaster mit "Wash your pet mobile station", die Pudong Lujiazui 24 hours self-service library (in der die Buecher wie Sushi auf dem Fliessband vorbeirauschen, greif schnell zu: bevor es ein anderer tut!) und ein extra Kinder-Programm im Vizcaya Spa: Manicure und pedicure moegen ja gerade noch angehen, aber welches Kind braucht um Himmels willen "Full body wax"?

Berlin, 29.08.2010 Auf Wiedersehen, Shanghai!

Die ersten Fruehlingsmonate zogen sich endlos dahin, und auf einmal, kaum war es warm, rasten die Tage und Wochen vorbei, die Abschiedsfeier gefeiert, der letzte Kindergartentag auch vorbei, und mit einem Mal sassen wir da, am Flughfafen Pudong, fast sechs Jahre nach der ersten Landung. Aus dem ziemlich kleinen Kind ist ein Schuljunge geworden, und zu unserer kleinen Familie haben sich eine Ayi und eine Mia gesellt. Nun sind wir ohne die Ayi zurueckgekehrt nach Berlin, und obschon ein ganzer Monat vergangen ist, ist es irgendwie immer noch unfassbar, dass Mia nun nicht mehr mit Lia in den Kindergarten geht, Moritz nicht mit Linus in die Schule kommt und ich ploetzlich den Voegeln im Baum zuschauen kann, waehrend ich all das schreibe. Wir haetten euch alle so gerne mitgenommen! Zum Abschied das letztaufgenommene Photo, und das Versprechen, bald mehr zu erzaehlen vom Leben in der alten und doch so neuen Heimat.


von vorne lesen